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Die ladinischen Traditionen

Traditionen und Brauchtum sind fester Bestandteil unserer Kultur

By Alex Moling (53)

Im Laufe der Jahrtausende haben sich in Ladinien unzählige Traditionen entwickelt. Durch die Veränderung der Wirtschaftslage von einer rein landwirtschaftlichen zu einer überwiegend touristischen Kultur sind viele Traditionen verlorengegangen. Verschiedene andere haben sich jedoch erhalten, obgleich manchmal in abgeänderter Form. Viele Bräuche hängen mit der früheren kärglichen Lebensweise der Bevölkerung zusammen und beinhalten auch Formen des Aberglaubens.

Allerheiligen – 1. November
Die Taufpaten schenken ihren Patenkindern bis zum 14. Lebensjahr ein mit Kornzucker bestreutes, süßes Brot. Jenes für die Buben hat die Form eines Pferdes mit Reiter, jenes für die Mädchen die einer Henne.

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Nikolaustag – 6. Dezember
Der heilige Nikolaus, von einem Engel und einem oder mehreren Teufeln begleitet, geht von Haus zu Haus zu den Kindern, um zu sehen, ob diese auch brav gewesen sind. Auf entlegenen Bauernhöfen, wo ein Besuch des Nikolaus nicht möglich ist, stellen die Kinder am Vorabend ihre Schuhe vor die Tür, um in der Früh mit Herzklopfen nachzusehen, ob sie mit Geschenken belohnt oder mit Ruten bestraft wurden.

©Alex Moling (3)

Advent – Weihnachten
Die Familien bereiten sich schon im Advent auf die Weihnachtsfeier vor. Während der langen Herbstabende wird die Krippe in der Stube aufgestellt.
Der Weihnachtsbaum hat keine lange Tradition, da man früher an Bäumen sparen musste und kein Geld für den Baumschmuck hatte. Wenn jemand doch einen kleinen Baum aus seinem Wald opferte, schmückte er diesen mit hausgemachten Keksen, mit Äpfeln und mit Stanniolpapier umwickelten Nussschalen.

Neujahr
Zu Neujahr wird den Patenkindern die „bambona“ geschenkt, ein rundes süßes Brot, in das ein Stern gedruckt ist. Heutzutage hat sich dieser Brauch etwas verändert. Die Kinder gehen von Haus zu Haus, wünschen den Bewohnern Glück, öffnen zugleich aber auch ihre großen Taschen für Geschenke. Die Erwachsenen hingegen wünschen Verwandten und Freunden „bun de, bun ann a te, la bambona a me“ (Guten Tag, gutes neues Jahr für dich und das Geschenk für mich).

By Jan André Sorarú (32)

Dreikönigsfest – 6. Januar
Früher erzählte man den Kindern, die „dunacia“, eine grässliche Frau, käme durch den Kamin ins Haus und bestrafe unfolgsame Kinder. Jene aber, die brav gewesen waren, würden in den vor die Tür gestellten Schuhen kleine Geschenke finden. Mit Weihrauch wurden Haus und Stall geräuchert, um Unglück fernzuhalten. An die Haustürpfosten schrieb man die Anfangsbuchstaben der Hl. Drei Könige.

Heute verkleiden sich die Kinder, manchmal auch Erwachsene als Melchior, Kaspar und Balthasar, ziehen mit Stern und Weihrauch von Haus zu Haus, singen fromme Lieder und sammeln Geld für Projekte in Entwicklungsländern.

Domenica delle Palme - processione a La Villa

Palmsonntag
Die Gläubigen besorgen sich Ölzweige, die feierlich auf dem Kirchplatz gesegnet werden. Die Kinder schmücken lange Stöcke mit Palmkätzchen, Ölzweigen und bunten Schleifen. Alle zusammen ziehen in die Kirche zur Messfeier. Die Ölzweige werden dann zu Hause am Kruzifix befestigt, während man die vom Vorjahr verbrennt.

Uova pasquali

Ostern
Am 19. März, dem Josefitag, begeben sich heiratsfähige Burschen zum Haus eines Mädchens, das sie gerne umwerben möchten, um Ostereier zu bestellen. Diese werden dann am Ostermontag abgeholt. Der Brauch will, dass ein Mädchen jedem zwei Ostereier schenken darf. Vier Eier bedeuten hingegen eine unwidersprechliche Abfuhr. Sechs Eier werden für den Bräutigam bereitgehalten. Am Dienstag nach Ostern, oder am darauffolgenden Sonntag wird dann am Kirch- oder Dorfplatz „gepeckt“, also zwei Eier gegeneinander geschlagen. Dabei müssen kaputte Eier dem Gewinner übergeben werden.

Am Ostersonntag wird ein extra dafür geschmückter Korb mit Speck, Ostereiern, Kren und Brezeln zur Segnung in die Kirche gebracht.

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Maria Himmelfahrt – 15. August
Wenn man durch unsere wunderschöne Landschaft spaziert, fällt auf, dass am Rande der Gemüsegärten und vor den Häusern Blumenbeete angelegt sind. Mit den Blumen werden am Großen Frauentag Körbe kunstvoll geschmückt und zur Weihe in die Kirche gebracht. Die Blumen werden dann getrocknet und unter das Futter für die Haustiere gemischt.