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Die Landwirtschaft in Alta Badia

Vom naturverbundenen Bauernleben zum naturbewussten Tourismus

Sotciastel St. Leonhard in Badia

Die ersten Zeugnisse landwirtschaftlicher Tätigkeit in Alta Badia, die Funde in Sotciastel in Badia, sind Funde aus der Eisenzeit. Der Raum der Dolomiten war damals von den Räten besiedelt, einem Volk, über das man bis heute nur sehr wenig weiß. Mit der Kolonisierung des Dolomiten-Gebietes durch die Römer (etwa 15 v.Chr.) zog sich die rätische Bevölkerung in die höher gelegenen und kärgeren Talgegenden zurück. Nach den ersten schwierigen Zeiten folgten Jahrhunderte der Ruhe und Entwicklung. Die Römer führten nützliche Neuerungen in der Landwirtschaft und im Bauwesen ein.

Die ladinischen Bauern-Siedlungen, die Viles

Holzstadel am Fuße des Heiligen Kreuzes

In den Berggebieten der Dolomiten entwickelten sich die ersten Bauern-Siedlungen, die "Viles".

Die „Viles“ sind Wohnsiedlungen, die kreisförmig errichtet wurden, sodass jede von ihrem Ackerland umgeben war. Dieses Ackerland wurde entsprechend des Siedlungsumfangs angepasst und aus dem Grundbesitz gebildet, der in pflügbare Böden, Wiesen, Wälder und Almweiden aufgeteilt war. Diese Siedlungsentwicklung ist das
Ergebnis einer akkuraten Planung, die wahrscheinlich ein Werk von erfahrenen Landmessern aus der Römerzeit war.

Diese bestanden vor allem aus Familien oder Gruppen von Familien. Bewundernswert ist das Wissen der damaligen Bauern über die Umwelt. Der Wald wurde dort, wo die Gefahr von Lawinen oder Erdrutschen bestand, nicht berührt. Die Häuser wurden dort gebaut, wo sie vor reißenden Bächen und starken Winden sicher waren, nahe einer Quelle und auf stabilem Boden. Beim Bau der Häuser wurden die maximale winterliche Sonneneinstrahlung, Regen, Kälte (keine Öffnungen gegen Norden hin oder in die Richtung, aus der der Wind kam) und Schnee (die Dachflächen waren um ca. 25° geneigt) berücksichtigt.

Bauer mit Pferd und Heuschlitten

Die Feldarbeit war schwer und wenig einträglich. Oft konnte der Bauer gerade das Notwendige erwirtschaften, um das Überleben der Familie zu sichern. Die wenigen Tiere, Schafe und Kühe für die Milch (Schlachtungen waren selten und ein Ereignis von großer Bedeutung), stellten den einzigen Reichtum dar. Der Bauer musste in der Lage sein, alles selbst zu machen, musste sich an jede Situation anpassen können und furchtlos sein. Natürlich war er dabei auf die Unterstützung und Hilfsbereitschaft der Nachbarn angewiesen. Das Bauernleben der ladinischen Volksgruppen blieb bis Anfang des 19. Jahrhunderts nahezu unverändert.

Landwirtschaft und Tourismus

Traumhafte Aussicht im Edelweißtal oben von Colfosco Val Midsé im Hintergrund

Mit dem XIX Jahrhundert kam der Tourismus, und mit den Jahren hat sich Alta Badia zu einer der begehrtesten Tourismusregionen der Alpen gewandelt. Es ist dabei wichtig, zu erwähnen, dass in Alta Badia Tourismus und Landwirtschaft Hand in Hand gehen und für eine nachhaltige Entwicklung der Region zusammenwirken. Diese Zusammenarbeit hat es ermöglicht, die einmalige Berglandschaft bis heute beinahe unversehrt zu erhalten.