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Die Landwirtschaft und die ladinischen Bauernhöfe

 
Ein ladinischer BauernhofDie ersten Zeugnisse landwirtschaftlicher Tätigkeit in Alta Badia stellen Funde aus der Eisenzeit dar, auch wenn stark angenommen wird, daß bereits in den Jahrhunderten vorher Landwirtschaft betrieben wurde. Der Raum der Dolomiten war damals von den Räten besiedelt, ein Volk, über das man bis heute nur sehr wenig weiß. Einige der ladinischen Legenden lassen sich jedoch auf ihre Zeit zurückführen. Mit der Ausdehnung des Römischen Reiches wurden auch die Gebiete der Dolomiten kolonialisiert. Nach Ankunft der Eroberer zogen sich die Räten in die höhergelegenen und kärgeren Talgegenden zurück. Nachdem die ersten schwierigen Zeiten vergangen waren, folgten Jahrhunderte der Ruhe und Entwicklung. Die Römer führten nützliche Neuerungen in der Landwirtschaft und im Bauwesen ein, vor allem aber beeinflussten sie die Sprache und es entstand so die ladinische Sprache.

In den Berggebieten der Dolomiten entwickelten sich die ersten Siedlungen, die Viles. Diese bestanden vor allem aus Familien oder Gruppen von Familien. Bewundernswert ist das Wissen der Bauern, unsere Vorfahren, über die Umwelt. Der Wald wurde dort, wo Gefahr von Lawinen oder Erdrutschen bestand nicht berührt; das Haus wurde dort gebaut, wo es sicher vor reißenden Bächen und starken Winden war, nahe einer Quelle und auf stabilem Boden. Beim Bau der Häuser wurden die maximale winterliche Sonneneinstrahlung, der Regen, die Kälte (keine Öffnungen gegen Norden hin oder in der Richtung, aus der der Wind kam) und der Schnee (die Dachflächen waren um ca. 25° geneigt) berücksichtigt.

Alta Badia - Dolomiten: Sicht ins Mittagstal / Val MezdìDie Feldarbeit war schwer und wenig einträglich, oft konnte gerade das Notwendige erwirtschaftet werden, um das Überleben der Familie zu sichern. Die wenigen Tiere, Schafe und Kühe für die Milch (Schlachtungen waren selten und ein Ereignis von großer Bedeutung), stellten den einzigen Reichtum dar. Der Bauer mußte in der Lage sein, alles selbst zu machen, mußte sich an jede Situation anpassen können und furchtlos sein. Natürlich war er dabei auf die Unterstützung und Hilfsbereitschaft der Nachbarn angewiesen. Das Bauernleben der ladinischen Volksgruppen blieb bis Anfang des 19. Jahrhunderts nahezu unverändert, dann kam langsam der Tourismus auf.

(aus: Breve storia dei Ladini dolomitici di Bepe Richebuono)