
In Alta Badia, wie im gesamten Gadertal und im ganzen Zentralbereich der Dolomiten, sind die Ladiner beheimatet, ein rätoromanischer Volksstamm, der schon seit Urzeiten hier siedelt und der eine eigenartige Sprache spricht, die in seiner Grundsubstanz mit dem Italienischen, mit dem Französischen, mit dem Provenzalischen und mit dem Katalanischen verwandt ist.
In den ersten Jahrhunderten nach der Eingliederung der Alpengebiete ins Römische Reich übernahm die einheimische Bevölkerung das Volkslatein der römischen Beamten, Soldaten, Handelsleute usw. und formte es allmählich zum Ladinischen um. Mitbestimmend waren dabei verschiedene Faktoren, wie z.B. rätisch geprägte Lautverschiebungen, die Bewahrung von Elementen aus dem heimischen Wortschatz und der Einfluss, der im Norden und Süden angrenzenden Nachbarsprachen.
Man kann begründeterweise annehmen, dass früher ein einheitlicher ladinischer Sprachgürtel von der Donau im Norden bis zum Gardasee im Süden, vom St. Gotthard Pass im Westen bis Triest im Osten, gereicht hat. In der Zeit der Völkerwanderung begann mit dem Vorrücken der Alemannen und Bajuwaren in Richtung Süden, sowie mit dem Drängen der Slawen aus dem Osten, eine Einengung des ladinischen Sprachgebiets und die Assimilierung von Teilen der ladinischsprachigen Bevölkerung. Bald kam es zu einer Unterbrechung der Verbindung zwischen Dolomitenladinern und dem rätoromanischen Gebiet im Westen.
Im 15. Jahrhundert steckte die Republik Venedig Friaul und das Cadore ein; seither schob sich immer deutlicher ein venezianischer Keil über das Piavetal nach Norden vor, der das Dolomitenladinische vom Ladinischen Friauls immer mehr trennte.
Das Ladinische (oder Rätoromanische) ist somit seit ca. 1.500 Jahren auf dem Rückzug. Heutzutage bestehen noch vier ladinische Sprachinseln: Graubünden (Schweiz), Dolomitenladinien, Comelico und das Friaul.
Kulturvereine, literarische Werke mit steigender Qualität, Zeitschriften, Schulbücher und andere Medien, Theatervereine usw. sorgten in den letzten Jahrzehnten für ein Wiedererwachen des ethnischen Bewusstseins der Dolomitenladiner.
Das Ladinische Institut "Micurà de Rü" befasst sich mit der Erhaltung und mit der Förderung der ladinischen Sprache und Kultur